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Lautsprecherhalterung am Flachfernseher

Nun ist es also passiert: meine gute, alte Fernsehröhre hat „puffff“ gesagt und sich mit intensivem Gestank nach verschmorter Isolierung in die ewigen Jagdgründe begeben.

Ein Ersatz war schnell beschafft: ein flacher Plasma-Ferngucker. Nettes Teil! Nur: was mache ich mit dem Center-Speaker der Surround-Anlage, der bisher immer auf den ausladenden Weiten des Röhrengehäuses thronte? Da oben ist definitiv kein Platz mehr, unten davor blockiert er den Infrarot-Sensor und unten daneben ist blöd für den Sound.

Einige Lösungs-Ansätze scheiterten entweder an zu niedrigem WAF oder schon im Konzept erkennbarer Wackligkeit.

Irgendwann dann die Idee: FDMI! Da mein TV auf so einer Fernsehkommode steht, ist dieses Halterungs-Interface ja frei und bestimmt gibt es auch eine Norm für den Lochabstand…

Gibt es auch - dutzende! Also doch wieder nachmessen.

Material

  • Alu-Vierkantrohr 20×20 (2 Stangen á 2m)
  • 2 Edelstahl-Stuhlwinkel (Breite muss kleiner sein als lichte Weite des Alu-Rohrs)
  • 15cm Alu-U-Profil 25×25 (optional, s.u.)
  • Plexiglas 8mm dick (Reststück)
  • 4 Schraubbolzen 8mm jeweils mit 2 Unterlegscheiben und einer Mutter
  • 4 Schraubbolzen 6mm (dito)
  • 4 Senk-Gewindeschrauben mit je einer Unterlegscheibe und einer Mutter
  • Blechschrauben

Werkzeug

  • Trennjäger 1)
  • Winkelschleifer
  • Stufen-Schälbohrer 2)
  • Bohrloch-Senker
  • Bohrständer
  • Bohrmaschine
  • Schraubendreher
  • Schraubenschlüssel

Montage

Wie ich schon oben sagte: es gibt mehr als eine Ausführung bei FDMI, genauso wie es nicht nur eine Größe von Center-Lautsprechern gibt. Also bitte selber messen und skizzieren - sonst bin nachher ich's gewesen!

Die Länge der 8mm Bolzen muss zur Tiefe der Löcher in der FDMI-Aufnahme passen, also vorher abmessen und entsprechend kürzen. Allerdings sollten die Querstangen auch nicht direkt am TV aufsetzen, da noch Platz für die Muttern der Längsstangen benötigt wird. Daher wird mit einer zusätzlichen Mutter zwischen Querstange und FDMI gekontert. Gibt auch mehr Stabilität, denn: auch ein Bohrständer kann einen Schälbohrer nicht daran hindern, gelegentlich auszuwandern. Daher bohre ich Löcher für 8mm Schrauben grundsätzlich auf 9-10mm aus. Irgendwann wird mal eine richtig massiver Tischbohrmaschine angeschafft, aber bis dahin muss man manchmal etwas murksen.

Wie man sieht, ist bei mir die obere Querstange erheblich länger als die andere. Das liegt daran, dass ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlage: an meinen TV kann man eine USB-Festplatte anschließen und darauf aufnehmen. Allerdings baumelte das gute Stück dann immer so an den Kabeln in der Luft, weil der USB-Port des TVs sehr weit oben sitzt. Also wurde aus einem Reststück Alu-U-Profil noch eine kleine Halterung angefügt, in die die USB-Platte hochkant eingelegt werden kann. Wer das nicht braucht, kann die Querstangen natürlich zweimal identisch machen.

Wenn die Querstangen fertig sind und mal probehalber angeschraubt wurden, kann man die Längsstangen angehen: Die Edelstahlwinkel, auf denen am Schluss die Platte für den Lautsprecher gelagert wird, könnte man natürlich einfach mit ein paar Blechschrauben außen am Alu-Rohr befestigen. Um den WAF zu steigern, habe ich mich aber dazu entschieden, sie in die Rohre zu legen. Also oben eine Aussparung in Materialdicke der Winkel eingefeilt, vorne ein 6mm Loch ins Rohr gebohrt und in den Winkel an der entsprechenden Stelle ein 5mm Gewinde geschnitten. Ob sich der Aufwand lohnt sei dahingestellt.

Jetzt noch die 4 Löcher für die Befestigung an den Querstangen (plus natürlich die 4 korrespondierenden Löcher in den Querstangen) bohren. Die 6mm Bolzen sollen so gekürzt werden, dass nachher das Gewinde nicht über die Mutter hinausschaut. Also wieder flexen…

Tipp:
Wenn man ein Gewinde sägt oder trennt, dann ist es nachher mit hoher Sicherheit so nicht mehr nutzbar: eine Mutter greift nicht oder nur schlecht. Das eine ist, dass man Schneidgrate mit der Feile entfernt, das andere ist, das Gewinde „aufzufrischen“. Man kann dies natürlich tun, indem man einen Gewindeschneider benutzt, man kann aber auch einfach vor dem flexen eine Mutter eindrehen, die man dann nachher beim rausdrehen das Gewinde nachschneiden lässt.

Jetzt kann man Quer- und Längsstangen miteinander verschrauben - allerdings noch nicht festziehen. Das sollte man erst, wenn das Konstrukt am TV verschraubt und ausgerichtet ist.

Wenn das auch erledigt ist, kommt jetzt als letztes die Plexiglasplatte dazu. Wichtig hierbei ist, dass man die Schutzfolien so lange wie möglich dran lässt und die empfindliche Oberfläche nicht zu zerkratzen. Man legt die Platte auf und markiert von oben die Löcher der Edelstahl-Winkel 3). Jetzt bohrt man 4) die entsprechenden Löcher und senkt sie so, dass die Schrauben 5) bündig einliegen. Schutzfolie ab, Platte drauf, mit Muttern an den Winkeln sichern, fertig.

Jetzt nur noch den Lautsprecher draufheben, das Lautsprecherkabel hinter den Längsstangen verstecken und zur Inspektion anmelden („Schaaatz! Guck' mal!!!“)

Tipp: Ein Hoch auf Reststücke! Plexiglas, besonders die dickeren Stücke, ist nicht ganz billig. Da lohnt es sich nachzuschauen, ob ein Baumarkt beim Zuschnitt eine „Restekiste“ stehen hat. Grade für solche Projekte wie dieses hier, bei dem man keine großen Dimensionen benötigt, kann man da so manches Schnäppchen machen, da es die Reste meist zum halben Preis gibt.

1)
oder auch ein Winkelschleifer mit Trennständer, oder eine Präzisions-Gehrungssäge mit Metall-Sägeblatt
2)
oder ein Satz gute Metallbohrer in 0,5mm Staffelung
3)
wenn der Fernseher zu groß und/oder man selber zu klein ist, dann tut ein Trethocker hier gute Dienste
4)
nicht im Wohnzimmer, Plexiglas-Bohrflocken auf dem Teppich sind no go!
5)
edel wirkt Messing!
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heimwerken/audio_und_video/lautsprecherhalterung.txt · Zuletzt geändert: 2011/11/27 13:48 von admin